Frauen im öffentlichen Dienst: Hinterbliebenenrente

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Frauen im öffentlichen Dienst: Hinterbliebenenrente

Die Hinterbliebenenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung soll finanzielle Verluste bei Tod eines Ehegatten oder eines Elternteils ausgleichen und die wirtschaftliche Existenz sichern helfen. Der Ehe gleichgestellt sind eingetragene Lebenspartnerschaften ab 1. Januar 2005.
Die Hinterbliebenenrente wird ausbezahlt
  • bei Tod eines Angehörigen
  • erfüllter Wartezeit
  • zusätzlicher persönlicher Voraussetzungen
  • Einhaltung von Einkommensgrenzen und
  • auf Antrag
    Hinterbliebenenrenten sind die -Witwen/Witwerrenten, -Erziehungsrenten und die
    -Halb/Vollwaisenrenten.




    TIPP
    Ein Rechenbeispiel

    Die Hinterbliebenenrente wird nur ungekürzt ausgezahlt, wenn das Einkommen oder die erwerbsähnlichen Einkünfte der Witwe 690 Euro (West) bzw. 606 Euro (Ost) nicht übersteigen. Alle Beträge darüber werden zu 40 Prozent angerechnet. Nur Zins- und Mieteinnahmen bleiben unberücksichtigt.
    Hat ein Mann eine Rente von 925 Euro, die Ehefrau 200 Euro, bekommt die Ehefrau nach dem Tod ihres Mannes eine Hinterbliebenenrente von 555 Euro (60
    Prozent nach altem Recht) ungekürzt ausbezahlt, weil ihre Rente 690 Euro nicht übersteigt. Stirbt die Frau zuerst, wird angerechnet:
    Mögliche Hinterbliebenenrente (60 Prozent von 200 Euro) = 120 Euro
    Rente des Mannes = 925 Euro
    anrechnungsfrei = 690 Euro
    zu berücksichtigender Betrag = 235 Euro
    40 Prozent davon werden auf die Hinterbliebenenrente angerechnet = 94 Euro
    verbleibende Hinterbliebenenrente = 26 Euro
    Ungekürzt und ohne Anrechnung der eigenen Bezüge erhält die Witwe das Altersruhegeld des Verstorbenen nur drei Monate lang. Gleichstellungsbeauftragte
    warnen Frauen davor, ihre eigene Erwerbstätigkeit im Hinblick auf eine ungekürzte Hinterbliebenenrente so weit einzuschränken, dass sie nur 720 Euro ausbezahlt bekommen. „Dies kann für die Zukunft eine teure Fehlentscheidung sein, denn politisch ist die Hinterbliebenenrente immer der Gefahr von Kürzungen
    ausgesetzt”, heißt es dazu im Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte. Laut einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts sind Ansprüche daraus verfassungsrechtlich nicht abgesichert und Kürzungen durch Anrechnungen damit grundsätzlich zulässig. „Die Hinterbliebenenrenten sind also eine finanzielle Spielmasse bei der Neuordnung des Rentensystems, diese Ansprüche sind nicht gesichert”. Das sind letztlich nur Rentenanwartschaften aus eigener Erwerbstätigkeit.




    Für einen Anspruch auf Hinterbliebenenrente müssen nach neuem Recht außerdem folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
  • Die Ehe darf keine „Versorgungsehe“ sein. Das heißt: Sie muss mindestens ein Jahr lang bestanden haben und
  • es darf kein :Rentensplitting erfolgt sein.

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