Frauen im öffentlichen Dienst: Geringfügige Beschäftigung

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Frauen im öffentlichen Dienst: Geringfügige Beschäftigung

Mini-, Midi- und Ein-Euro-Jobs – dem Sozialversicherungsystem dieser Republik tun
sie alle nicht gut. Trotzdem haben geringfügige Beschäftigungen einen geradezu inflationären Zulauf. Aber: Je mehr die Minijobs zulegen, je mehr sinkt die Zahl der regulären Vollzeitstellen. Rund 6,8 Millionen Minijobber meldete die Minijob-Zentrale für das erste Quartal 2009. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit die Zahl der geringfügig Beschäftigten um 1,7 Prozent erhöht, wobei die Minijobber in Privathaushalten mit 13,6 Prozent die Spitze bilden – mit rund 172.000 eine Versechsfachung seit 2003. Damals wurde die Geringfügigkeitsgrenze von 325 auf 400 Euro (sozialversicherungsfreier Minijob) angehoben und eine Gleitzone (Midi- oder Niedriglohnjob) zwischen 400 und 800 Euro eingeführt. Arbeitgeber zahlt 30 Prozentpauschale Abgaben (15 Prozent Renten-, 13 Prozent Krankenversicherung und 2 Prozent Steuern) sowie ggfs. eine Umlage nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz und dem Mutterschutzgesetz. Für Mini-Jobs in privaten Haushalten gilt eine geringere Abgabenquote von 12 Prozent, außerdem muss der Arbeitgeber seit Januar 2006 einen einheitlichen Unfallversicherungsbeitrag von 1,6 Prozent zahlen. Kurzfristige Minijobs sind pauschalabgabenfrei, wenn die Beschäftigung im Kalenderjahr auf zwei Monate oder insgesamt höchstens 50 Arbeitstage befristet ist. Die Begrenzung der Wochenarbeitszeit auf höchstens 15 Stunden wurde gestrichen. Das hehre Ziel: Eindämmung der Schwarzarbeit und ein „Brückenschlag” zum ersten Arbeitsmarkt. So hieß es damals, heute dient die geringfügige Beschäftigung dazu, „... den Arbeitsmarkt im unteren Lohnbereich dauerhaft zu stabilisieren und auszubauen.“ Mini- und Midijobs sind aber schon deshalb keine Beschäftigungsalternative, weil der erzielbare Verdienst kaum zur Existenzsicherung ausreicht. Das merken insbesondere Frauen. Ende September 2004 lag der Anteil der bei der Minijob-Zentrale gemeldeten Menschen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen mit 3,4 Millionen
in der Altersgruppe zwischen 30 und 55 Jahren (1,6 Millionen unter 30, 1,9 Millionen über 55 Jahre). Knapp 65 Prozent waren Frauen. Wenn sich aber 89 Prozent der weiblichen Beschäftigten Umfragen zufolge Arbeitszeiten von mindestens 20 Wochenstunden wünschen, kann das nur bedeuten, dass Frauen, z. B. neben oder trotz Familienpflichten, erwerbstätig sein wollen oder müssen, in geringfügige Beschäftigungen abgedrängt werden. Mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten oder fehlende familienfreundliche Arbeitszeiten könnten mit ein Grund dafür sein. Diese Frauen – wohlgemerkt gemeldete, für die Sozialabgaben bezahlt werden – können keine nennenswerten Rentenansprüche aufbauen. Kurz noch einige Einzelheiten: Geringfügig Beschäftigte haben Anspruch auf Lohnfortzahlung
und bezahlten Urlaub. Zum Januar 2005 wurde die Umlage nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz wegen Krankheits- und Kuraufwendungen von bisher 1,2
auf 0,1 Prozent gesenkt. Minijobberinnen, die Urlaubs- und Weihnachtsgeld bekommen, werden damit unter Umständen sozialversicherungspflichtig, da die Entgelte auf das Jahr umgelegt werden. Wird die 400-Euro-Grenze aber nur gelegentlich, z. B. wegen Vertretung einer kranken Kollegin, überschritten, gilt dies nicht.




Unser Online-Tipp
www.landesbeamte.de/media/pdf/serviceteil_minijobs_als_nebentaetigkeit_beamteninfo_von_beamtinnen_und_beamten.pdf




Midijobberinnen zahlen ab 401 Euro Sozialabgaben in Höhe von 4 Prozent. Die Abgaben steigen linear bist zum vollen Arbeitnehmeranteil von rund 21 Prozent bei 800 Euro. Dies gilt nicht, wenn dieser Nebenbeschäftigung zusätzlich zu einer rentenversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nachgegangen wird. Dann nämlich zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer für beide Jobs die Sozialversicherungsbeiträge. Es gibt für Minijobberinnen auch die Möglichkeit, die Rentenversicherungsbeiträge aufzustocken und sich damit die vollen Ansprüche zu sichern. Dazu muss die Differenz von derzeit 7,5 Prozent zwischen dem 12prozentigen Arbeitgeberanteil und dem vollen Rentenversicherungsbetrag von 19,5 Prozent ausgeglichen werden. Wenn dies dem Arbeitgeber schriftlich mitgeteilt wird, wird dieser Anteil der Minijobberin vom Verdienst abgezogen und an die Minijob-Zentrale der Bundesknappschaft weiterleitet. Für Rentnerinnen gilt: Wer über 65 ist, darf nach Belieben hinzuverdienen. Wer eine Hinterbliebenenrente bezieht, höchstens 682,70 Euro. Jeder Euro mehr bedeutet einen Rentenabzug. Beim Rentenbezug wegen Erwerbsminderung ist der Hinzuverdienst auf 350 Euro begrenzt, sonst gibt es auch hier einen Rentenabzug.

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